Autogenes Training

Das Autogene Training – nicht nur Entspannung sondern Prävention pur!

Der Berliner Nervenarzt Johann Heinrich Schultz entwickelte in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts aus den Erfahrungen seiner hypnotherapeutischen Arbeit das Autogene Training (AT) als „Konzentrative Selbstentspannung“.

Nach dem 2. Weltkrieg vor allem in den 60er und 70er Jahren fand das AT eine sprunghafte Verbreitung und wurde 1981 durch die Übernahme in die Weiter-bildungsordnung für die Zusatztitel „Psychotherapie“ und „Psychoanalyse“  „geadelt“. Mittlerweile wird es in zahlreichen Weiterbildungs- und Fortbildungseinrichtungen, Kurkliniken, Sportschulen  aber auch in den Volkshochschulen vermittelt, leider nicht immer in der schlichten und effektiven Form seiner „reinen Lehre“ und leider oft ohne die guten Möglichkeiten in Selbstwahrnehmung und präventivem Verhalten zu fördern.

Was macht das Autogene Training so empfehlenswert und wirkungsvoll?

  1. Das AT ist eine „Macher-Methode“ (autogen=ich mache selbst, aus mir heraus entstehend) und kommt daher der europäischen Mentalität entgegen, anders als die meist weltanschaulich beeinflussten asiatischen Meditationstechniken.
  2. Ein ganz besonderer Vorteil: Das AT ist eine diskrete Methode! Wer es gelernt hat, kann es im Sitzen, Liegen, Stehen auch unbemerkt einsetzen, wann immer und wo immer er möchte. Dazu ist das Vermitteln im Sitzen in ganz normaler Alltagskleidung hilfreich. Es wird keine körperliche Ausdauer oder Gelenkigkeit gefordert.
  3. Das AT eignet sich für alle Altersgruppen zwischen 6 und 80 Jahren, (AT mit Kindern bedarf einer zusätzlichen Schulung). Ich nehme in meinen Kursen Teilnehmer ab dem 16. Lebensjahr an.
  4. Der Kern der wissenschaftlichen Untersuchungen beweist, dass das AT einen Umschaltprozess vom „ergotrophen“ Leistungszustand des Körper in den „trophotropen“  Ruhe-(Verdauungs-)zustand bewirkt mit all seinen heilsamen vegetativen Funktionsänderungen  und erholsamen und regenerativen Folgen.
  5. Das AT kann daher positiven Einfluss auf Herz-Kreislaufprobleme (Hypertonie, Hypotonie) nehmen, kann mit der zentralen Atemübung venöse und lymphatische Fließeigenschaften verbessern, es fördert  die Verdauungsprozesse und die abendliche Übung kann Ein- und Durchschlafstörungen beseitigen.
  6. Ich vermittele das AT in 10 Sitzungen von 60 Minuten Dauer in Gruppen von maximal 20 Teilnehmern. Diese Kurse werden mittlerweile von allen Kranken-kassen finanziell getragen oder unterstützt.
  7. Im Rahmen dieser Kurse fließen zahlreiche präventive Ideen und Maßnahmen ein wie z. B. das Aufdecken von selbstschädigenden Angewohnheiten im Tages-rhythmus, Essverhalten oder Affekterleben (Erleben der eigenen Gefühle). Zudem wird ein Wiederempfinden und –deuten der Körper- und Organsprache vermittelt. Diese Einsatzmöglichkeiten werden durch aktuelle Verfahren wie Focusing, MBSR und Achtsamkeitsübungen kopiert. Des Weiteren wird der „Embodiment“-Effekt auf die individuelle Befindlichkeit demonstriert (Haltung bzw. Mimik beeinflusst die Befindlichkeit, nicht nur die Befindlichkeit die Haltung) und damit die Achtsamkeit gegenüber eigener Befindlichkeit gestärkt. All diese Effekte haben wiederum einen günstigen Einfluss auf die Wirkung der Teilnehmer in ihren sozialen und beruflichen Umfeldern, was sich in vielen positiven Rückmeldungen zeigt.
  8. Schließlich lassen sich mit den „wandspruchartigen Leitsätzen“ nach Prof. D. Langen, einem Schüler von I. H. Schultz, quasi als posthypnotischem Auftrag persönliche Probleme und Schwierigkeiten selbst therapieren. Diese Leitsätze werden individuell formuliert und in der Entspannungsphase wiederholt suggeriert. („Ich bestehe die Prüfung mit Ruhe und Gelassenheit!“, „Ich vertrete mein Anliegen mit Nachdruck und Augenmaß!“) Ganz besonders geeignet ist das AT zur Beseitigung von Ein- und Durchschlafstörungen, wenn der Umschaltprozess erarbeitet ist.

Damit gehen die heilsamen Einflussmöglichkeiten des AT weit über das reine Vermitteln einer Entspannungstechnik hinaus und bieten sich als wirksame Methode bei Stress, Überlastung oder gar „Burn-Out-Syndrom“ an. Besonders geeignet ist die Methode auch in der Schwangerschaft zur Erleichterung des Entbindungsprozesses.

Der nächste Kurs für Autogenes Training beginnt am Donnerstag, den 24.01.19. um 18Uhr im Seminarraum der Frauenarztpraxis Peine Hermann-Ehlers-Str. 9. Info oder Anmeldung per Mail aus der Webside oder telefonisch unter 05171 3450 auf die Sprachbox sprechen. Die Kursgebühr von 125,00 € kann am 1. Kurstag beglichen oder überwiesen werden auf Kto bei der KSK Peine DE74 2525 0001 0075 0060 07 unter Angabe Autogenes Training und Name.

Ich bin auch zugelassen zur Kollegenweiterbildung und führe seit Jahren Gruppen-leiterseminare mit den jeweils geforderten  8 Doppelstunden  zweimal jährlich durch. Das nächste WoE-Seminar für angehende Gruppenleiter findet statt am 17./18.März 2018. Anmeldungen postalisch oder per Mail.

Skeptischen oder durch insuffiziente Kurse enttäuschten Teilnehmern sei gesagt, dass der Prozess des gedanklich ausgelösten Entspannungsphänomens bei jedem Menschen funktioniert und viele sogar unbewusst Mini-AT-Zustände auslösen, ohne zu wissen, dass es sich dabei um ähnliche Phänomene wie beim AT handelt (z. B. der “Sofaseufzer”, mit dem wir uns erschöpft aufs Sofa sinken lassen).